Datenschutz im Himmel?

vom von Axel Bruning, Kategorie: Gemeindeleben

Liebe Leserinnen und Leser,

seit dem 25. Mai 2018 wissen Sie auch, dass es eine Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) gibt, die ab Freitag beachtet werden muss. Auch die Kirchen und alle unsere unzähligen deutschen Vereine müssen in Zukunft noch mehr auf den Datenschutz achten. Ich kann Ihnen versichern, die uralten Kirchenbücher mit den Daten unserer verstorbenen, getrauten, getauften, konfirmierten und verheirateten Mitglieder liegen im Tresor und die elektronischen auf einer gesicherten Datenbank. Kirchliche Mitarbeiter auch im Ehrenamt wurden und werden zur Verschwiegenheit verpflichtet. Verpflichtet bin ich aber genauso von meinem „himmlischen Vater und Chef“ zur Kommunikation des Evangeliums und zur Stärkung und Pflege der Gemeinschaft in unserer Kirchengemeinde. Dafür brauche ich Daten und Anschriften. Unsere Leute wollen wissen, wer wann Geburtstag hat, um beschenken und gratulieren zu können. In jedem Gottesdienst werden seit Jahrhunderten in den Abkündigungen hochsensible Daten von Tod und Geburt und Hochzeit öffentlich vorgelesen. Natürlich mit dem Einverständnis der Angehörigen. Jetzt muss das alles vielleicht schriftlich dokumentiert werden. Und wenn mir das auch nicht viel ausmacht, aber jeder kleine Handwerksmeister muss mit seinen Rückfragen oder Anrufen an seine Kundschaft und seine Lieferanten jetzt noch sorgfältiger umgehen. Dafür wird es hoffentlich bald vernünftige Praxisregelungen geben. Liebe Leserinnen und Leser, und als ich so darüber nachdachte, was ich nun alles zu tun habe, mit all diesen neuen Vorschriften, die ich natürlich alle gerne beachte, da sandte mir mein himmlischer Chef eine Nachricht: „Freut euch, dass eure Namen im Himmel geschrieben sind (Lukas 10,20)“. Und ich fragte ihn: Hast du dafür auch eine Erlaubnis ? Da antwortete er mir: „Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst, ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein (Jesaja 43,1)“. Und ich dachte wieder: Er kennt meinen Namen. Hat er auch alle meine Gebete gespeichert, und meine ironischen Bemerkungen auch ? Kann ich die vielleicht wieder löschen ? Da sagte er: „Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben (Johannes 3,16)“. Da war ich dann wieder beruhigt, weil ich ja an Jesus Christus glaube. Bei einer Taufe geben die Eltern die Daten ihrer Kinder glücklicherweise ganz freiwillig unserem himmlischen Vater preis, denn sie suchen sich oft das Psalmwort von den Engeln aus: „Denn er hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten, auf allen deinen Wegen(Psalm 91,11)“. Da werden sogar lebenslang nicht nur die Namen, sondern sogar die Standortinformationen freigegeben und niemand denkt ans Löschen. Wie schön, dass die Eltern so viel Vertrauen in Gottes Schutz und Segen haben – und sogar seinen Mitarbeitern im Himmel und auf Erden so viel Vertrauen schenken. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen gesegneten Trinitatis Sonntag und bleiben sie bei Gott gespeichert und behütet, Ihr Axel Bruning