Weihnachten im Wohnzimmer feiern

vom von Axel Bruning, Kategorie: Gottesdienste

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Weihnachten im Wohnzimmer feiern – Den Heiligen Abend mit mehreren oder allein zu Hause feiern

Wenn Sie in diesem Jahr Heiligabend nicht in die Kirche gehen können oder möchten, finden Sie hier Ideen, wie Weihnachten feiern zu Hause gehen könnte.
Lassen Sie sich anregen und stellen Sie die einzelnen Ideen so zusammen, wie es für Sie passt.


Das können Sie vorbereiten

• Ein Adventskranz oder eine Kerze, ein geschmückter Weihnachtsbaum, mit echten Kerzen oder Lichterkette, noch unangezündet.

• Ein Evangelisches Gesangbuch (EG).

• Papier oder Stroh zum Basteln eines Sternes, Stifte. Eine Bastelanleitung für einen goldenen Hoffnungsstern finden Sie auch unter www.hoffnungsleuchten.de.

• Eine oder mehrere Weihnachtskarten mit Umschlägen.


So könnte es gehen:

Die verschiedenen Teile können von unterschiedlichen Stimmen gelesen werden.

Nur die Kerzen auf dem Adventskranz oder auf dem Tisch brennen, der Weihnachtsbaum ist noch aus.

1. Die Weihnachtsgeschichte

„Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen, die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell.“ (Jesaia 9,1)

Es ist Weihnachten.
Wir feiern, dass das Licht in der Finsternis scheint und die Finsternis es nicht auslöschen kann.
Dazu hören wir die alte Geschichte von der Geburt eines besonderen Kindes – das so begonnen hat, wie wir alle beginnen: klein, verletzlich und zart.
Es ist gleichzeitig die Geschichte von dem Wunder, dass in diesem Kind Gott selbst zu uns Menschen gekommen ist und wurde wie wir.

Lied: Zu Bethlehem geboren… (EG 32, 1+…)
– oder ein anderes Lied singen oder hören

Wir hören den Beginn dieser Geschichte – von einer Geburt im Getriebe der Weltgeschichte in ärmlichsten Verhältnissen – so wie auch heute Nacht Kinder in diese Welt kommen:

„Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde. Und diese Schätzung war die allererste und geschah zur Zeit, da Quirinius Statthalter in Syrien war. Und jedermann ging, dass er sich schätzen ließe, ein jeglicher in seine Stadt. Da machte sich auf auch Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das judäische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, darum dass er von dem Hause und Geschlechte Davids war, auf dass er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe; die war schwanger. Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, dass sie gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge.“

Lied: Kommet, ihr Hirten (EG 48) – oder ein anderes Lied singen oder hören

Wir hören von Hirten, denen zuerst das Geheimnis dieser Geburt erzählt wurde:

„Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde. Und des Herrn Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.“

Lied: Hört der Engel helle Lieder/ Gloria (EG 54)
– oder ein anderes Lied singen oder hören

Wir hören, wie die Hirten sich auf den Weg machten und fanden, was ihnen gesagt worden war – und es ihr Leben veränderte:

„Und da die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander:
Lasst uns nun gehen gen Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat. Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Josef, dazu das Kind in der Krippe liegen. Da sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, welches zu ihnen von diesem Kinde gesagt war. Und alle, vor die es kam, wunderten sich über die Rede, die ihnen die Hirten gesagt hatten.
Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen. Und die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war.“

Abschluss:
Was der Engel damals sagte, ist der Grund, warum auch wir bis heute feiern:
„Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allen Menschen widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus,…“
Das ist der Grund unser Freude, der Grund dieses Festes:
Für uns ist Christus geboren worden – und bei uns ist er bis zum Ende aller Zeiten.

Lied: Oh, Du fröhliche (EG 44)


2. Kerzen anzünden (A) und/oder Sterne basteln (B) und/oder Weihnachtskarten schreiben (C)

A
Wir entzünden zu diesem Fest so viele Lichter, weil wir zeigen wollen:
das Licht ist stärker als alle Dunkelheit.
Und weil wir das Kommen von Jesus Christus feiern, der sagte: ICH BIN DAS LICHT.

Jeder und jede kann nun abwechselnd je eine Kerze am Weihnachtsbaum entzünden:
Erste Runde: Mit einem Dank für eine konkrete Situation im Jahresverlauf, für einen Menschen, der einem etwas Gutes getan hat.
Zweite Runde: Mit einer Bitte für Menschen in Not und schwierigen Lebenslagen.

B
Während Musik spielt, werden alle Kerzen am Weihnachtsbaum/Weihnachtsstrauß angezündet oder angestellt.
Dann basteln alle Anwesenden zwei Sterne, auf die man etwas schreiben kann. Vorlage s.o.

Auf den einen Stern schreibt jede und jeder einen Dank, auf den anderen eine Bitte. (s.o.)
Die Sterne werden dann aufgehängt, dabei können die Bitten ausgesprochen werden oder auch nicht.

C
Wir denken an die Menschen, die zu uns gehören, die aber in diesem Jahr nicht mit uns feiern können. Wir überlegen, was wir ihnen wünschen und schreiben ihnen gemeinsam eine Weihnachtskarte. Vorlage s.o.. (Das schließt nicht aus, dass wir sie anrufen und mit ihnen reden.)


3. Vaterunser und Segen

Wer mag, schließt den 2. Teil mit einem Vaterunser ab:

All unseren Dank, unsere Bitten, unsere Wünsche legen wir ins Gebet Jesu

„Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
Amen.“

Weihnachts-Segen
Gott segne und behüte uns!
Gott lasse sein Licht leuchten über uns und erwärme uns!
Gott gebe sein Licht in unsere Herzen
und mache uns menschlich!
Gott schenke uns Frieden!
Amen.

Segen des Lichts
Seid alle gesegnet mit dem Licht der Weihnacht!
Wenn ihr im Dunkeln geht
und euren Fuß an einen Stein stoßet,
möge das Licht euch den Weg erleuchten!
Seid alle gesegnet mit dem Licht der Weihnacht!
Wenn ihr im Finstern lebt und die Orientierung verliert,
möge das Licht euch die Richtung weisen!
Seid alle gesegnet mit dem Licht der Weihnacht!
Wenn ihr in eurem Mitmenschen
das innere Licht anerkennt und ehrt,
möge auch in euch das Licht der Hoffnung
und des Glaubens leuchten!
Seid alle gesegnet mit dem Licht der Weihnacht!
Amen.

Lied: Stille Nacht, Heilige Nacht (EG 46)


Quelle: Frank Puckelwald und Katharina Gralla, Weihnachtssegen nach Hanna Strack Frank (www.hanna-strack.de).