Friedensgebet 17.3. Donnerstag 9 Uhr Parkplatz Edeka - Adam Posaunen

vom von Axel Bruning, Kategorie: Gemeindeleben

Statement von Präses Annette Kurschus zur Lage in der Ukraine und Aufruf zu Friedensgebeten in den Gemeinden vom 24.2.2022

„Gott ist nicht ein Gott der Unordnung, sondern ein Gott des Friedens“
„Erschüttert und sprachlos stehen wir vor den Angriffen auf die Ukraine. Unsere Gedanken und Gebete sind mit den Menschen die nun um Leib und Leben fürchten und die erleben, wie Leid und Tod in ihre Städte und Dörfer einziehen.

Grenzen zwischen Ländern werden verschoben, die Souveränität von Nationen wird missachtet, Völkerrecht wird gebrochen und der Friede auf unserem Kontinent aufs Spiel gesetzt.

Drohungen mit militärischer Übermacht und die willkürliche und gewaltsame Verschiebung vertraglicher anerkannter Grenzen haben im 20. Jahrhundert unsägliches Leid auch und gerade über die Völker in Mittel- und Osteuropa gebracht, das auch und gerade von Deutschland ausging.

Wir sind gewiss: Sie können keine Mittel internationaler Politik sein und dürfen es nie wieder werden.

Zur Angst vor weiterer militärischer Eskalation und sich ausbreitendem Krieg und zu unserem Mitgefühl mit den Menschen in den umstrittenen Gebieten tritt die Sorge um die Grundlagen des Miteinanders der Völker in Europa und um die internationale Ordnung, wie sie sich zwischen den Staaten seit dem friedlichen Ende des kalten Krieges entwickelt hat. Wir sind überzeugt: Waffengewalt werden Leid und Unrecht nur vergrößern. Auch jetzt darf das diplomatische Gespräch mit Russland nicht abreißen. Unsere Kirchen und Gemeinden werden über unsere ökumenischen Beziehungen weiter den Kontakt mit unseren Brüdern und Schwestern in Osteuropa halten. Die Kraft und der Wille zum Frieden muss nicht nur bei den Regierenden wachsen; es ist wichtig, dass sie auch bei denen gefördert wird, die regiert werden.

Als Christinnen und Christen glauben wir „Gott ist nicht ein Gott der Unordnung, sondern ein Gott des Friedens“ (1. Brief des Paulus an die Gemeinde in Korinth, Kapitel 13).

Wir weigern uns zu glauben, dass keine Chancen mehr auf Verständigung und für einen gerechten Frieden bestehen.

Wir beten für die Verantwortlichen auf allen Seiten um Einsicht und Besonnenheit, um Mut zu Umkehr und Gerechtigkeit und wir stehen ein für die Hoffnung auf neue Wege zu einem Miteinander der Völker, das berechtigte Interessen ausgleicht und zugleich geltendes Recht stärkt und bewahrt.

Mit unseren Partnerkirchen, Christen in Russland und der Ukraine, in Polen, in Belarus und im Baltikum und mit allen Menschen guten Willens wissen wir uns versöhnt durch den Gott des Friedens.

Wir rufen zu Gott: „Gib Frieden, Herr, wir bitten! Die Erde wartet sehr. Es wird so viel gelitten, die Furcht wächst mehr und mehr. … Gib Mut zum Händereichen, zur Rede, die nicht lügt, und mach aus uns ein Zeichen dafür, dass Friede siegt.“

Ich werde heute um 18:00 Uhr in der Altstädter Nicolaikirche in Bielefeld für den Frieden beten und ich bitte die Gemeinden in der Ev. Kirche von Westfalen, ebenfalls um 18:00 Uhr zu Friedensgebeten einzuladen.“

Dr. h.c. Annette Kurschus
Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen
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Die Glocken der Michaelkirche werden um 18 Uhr läuten und die Kirche ist geöffnet zum Gebet.


Im Kirchkreis Herford hat sich dazu eine weitere Gebetsgruppe gebildet:

"Friedensgebet

Der Frauenausschuss im Kirchenkreis Herford hat in seiner Sitzung am Mittwoch beschlossen, ein Friedensgebet zu initiieren. „Natürlich die Kriegsgefahr jetzt besonders, aber auch die zunehmenden Spaltungen in unserer Gesellschaft machen uns Angst, dem wollen wir Raum geben und miteinander unsere Ängste, aber auch die Hoffnung für den Frieden formulieren. Wir wollen dabei bewusst keine politischen Statements, sondern hier einfach allen gemeinsam die Möglichkeit bieten, nicht ganz alleine zu bleiben mit dem, was jetzt auf der Seele brennt, sondern miteinander unsere Bitten für den Frieden in Worte zu fassen und vor Gott zu bringen“, sagt Frauenpfarrerin Eva-Maria Schnarre, die mit den Ausschussfrauen die Friedensgebete begleiten wird. „Alle, die sich Frieden statt Krieg und Miteinander statt Hass und Gewalt wünschen sind dazu eingeladen,“ betont sie. Aus aktuellem Anlass wird man am kommenden Samstag, 26.2.22 starten. „Um 11.45 Uhr treffen wir uns vor der Münsterkirche und werden um fünf vor zwölf symbolisch zum Mittagsläuten und Friedensgebet dann hineingehen und in Worte fassen, was uns bewegt.“ Weitere Friedensgebete werden dann in den nächsten Wochen, mindestens bis Ostern, jeweils am Freitag um 18 Uhr in der Münsterkirche stattfinden. Das Friedensgebet soll etwas 15-20 Minuten dauern. Danach gibt es dann immer noch das seelsorgliche Angebot miteinander ins Gespräch zu kommen. „Vielleicht ändern wir nichts von hier aus an der Weltpolitik direkt, die macht uns derzeit oft eher hilflos. Aber wir müssen hier und jetzt miteinander den Frieden fördern. Wir folgen dabei auch einem alten Sprichwort, das die Mutter einer Frau aus dem Ausschuss über ihrer Haustür stehen hatte: „Wer Frieden hält im eignen Haus, der trägt ihn in die Welt hinaus.“ Gott um Hilfe zu bitten für die Welt, in der derzeitigen Krise und für uns und hier und hier bei uns anfangen. Das können wir und wollen wir.“