Geistliches Wort

Jesaja 50,10: Wer im Dunkel lebt und wem kein Licht leuchtet, der vertraue auf den Namen des HERRN und verlasse sich auf seinen Gott.
Liebe Leserinnen und Leser!
Wenn ich diese Sätze aus dem Gottesknechtslied des Propheten Jesaja lese, muss ich immer an einen evangelischen Zeugen eben dieses Gottvertrauens denken: Im 20. Jahrhundert lebte Dietrich Bonhoeffer. Er war Soldat, Widerstandskämpfer in der Nazizeit, Theologe und Pastor und auch noch Dichter und wurde auf persönlichen Befehl Hitlers im Frühjahr1945 ermordet. Wir kennen seinen Weihnachts- und Neujahrsgruß aus dem Gefängnis nur zu gut: „Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost was kommen mag. Gott ist mit uns, am Abend und am Morgen, und ganz gewiss an jedem neuen Tag.“ Bonhoeffer weiß, es gibt erfülltes Leben trotz vieler unerfüllter Wünsche: „Gott erfüllt alle seine Verheißungen aber nicht alle unsere Wünsche“. Immer wieder geschieht, was Jesaja so beschreibt: „Das Volk das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht und denen die im dunklen Lande wohnen, scheint es hell !“ Immer wieder werden so aus ganz normalen Menschen plötzlich Jünger und Prophetinnen. Sie entdecken sich selbst und ihre Fähigkeiten. Sie entdecken, dass nicht der Radiowecker sie morgens aus dem Schlaf holt, sondern Gott sie geweckt hat. Der Prophet Jesaja merkt sogar erst, dass er persönlich von Gott gemeint ist, als es ihm nicht besonders gut geht. Wegen seiner ständigen Reden von diesem Gott, der die Israeliten doch damals aus Ägypten befreit hat und der möchte, das man die 10 Gebote befolgt und an ihn glaubt, wegen dieser Reden war er seinen eigenen Leuten lästig geworden, die hatten ihn vor Gericht gestellt und sogar verurteilen und foltern lassen. Jesaja hat das alles hingenommen ohne sich zu wehren, er hat gerade darin die Bestätigung für Gottes Auftrag gesehen, dass man ihm so übel mitgespielt hat. So war es auch bei Jesus von Nazareth, der den Weg ans Kreuz ging, um seine Freunde zu retten. Gottes Nähe zu spüren, mitten im tiefsten Chaos und Leid, mitten in der Dunkelheit das Licht Gottes zu sehen, das wird manchen Menschen von Gott ganz besonders geschenkt: Eben Bonhoeffer, aber auch dem Liederdichter Paul Gerhardt aus dem 30 jährigen Krieg, dem Frau und Kinder starben und der trotzdem dichtete: „Geh aus mein Herz und suche Freud in dieser lieben Sommerzeit !“ Liebe Lesegemeinde, unser Vertrauen auf Gott kann sich natürlich auch ganz einfach bewähren im Glauben und im Leben. Es kommt darauf an, mit Gott zu rechnen, seine Hilfe immer wieder zu erbitten, aber auch seinen Willen ernst zu nehmen. Wer mit Gott versucht zu leben, dem wird es zuletzt GUT gehen, heißt es in der Bibel. GUT aber nicht im Sinne von immer nur gesund und bequem, sondern gut im Sinne von wach und aufgeweckt: Furchtlos, wenn die Lage aussichtslos scheint und ruhig und besonnen, wenn alle in Panik sind. Liebe Lesegemeinde, Christen haben der Welt etwas zu bringen. Das Licht der Hoffnung in der Dunkelheit der Welt. Das Licht der Weihnacht. Das Licht des Friedens. Nicht mehr und nicht weniger. Gott ist unsere Stärke von einem Ende der Welt bis zum anderen. Angefangen hat alles ganz klein in Bethlehem. Auf dieses Licht der Welt lassen sie uns zu Weihnachten wieder gemeinsam schauen und auf die himmlischen Lieder vom Frieden in der Welt hören und danach zu leben versuchen. „Suche Frieden und jage ihm nach“, so heißt es in Psalm 34. Zu Weihnachten wieder irgendeinen persönlichen Kleinkrieg mit irgendwem zu beenden zu versuchen, wäre doch ein schöner Jahresanfang.
Ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein friedlichen neues Jahr 2020 wünscht Ihnen Ihr Axel Bruning, Pfarrer.